Arthrose besiegen

Trotz Gelenkverschleiß schmerzfrei leben

Diagnose Arthrose

Es fängt oft harmlos mit Muskelschmerzen oder Verspannungen an, manche Bewegungen sind nicht mehr so leicht auszuführen, und es zieht ein wenig im Muskel oder im Gelenk. Die Hoffnung, dass es von selbst wieder verschwindet, erfüllt sich jedoch nicht. Mit der Zeit wird der Schmerz noch stärker, vorsichtshalber geht man zum Arzt und es folgen diverse Untersuchungen – bis die Diagnose feststeht: Arthrose.

Und was heißt das nun?

Der Arzt gibt in der Regel kaum Hinweise, welche Therapie hilfreich wäre, und verschreibt stattdessen Schmerzmittel. Wer die Diagnose Arthrose erhalten hat, dem stellen sich deshalb oft erst einmal viele Fragen, wie z. B.:

  • Woher kommt die Krankheit?
  • Was bedeutet das für mein Leben?
  • Welche Heilungsmöglichkeiten gibt es?
  • Wie lassen sich die Schmerzen lindern oder abstellen?
  • Kommt eine Operation auf mich zu?
Bergwanderung

Foto: Peter Freitag, pixelio


Tatsächlich Arthrose?

Nicht jedem Gelenkschmerz muss tatsächlich eine Arthrose zugrunde liegen. Im Knorpelgewebe verlaufen keine Nerven, die Schmerzen ans Gehirn melden könnten, und es gibt zahlreiche andere mögliche Ursachen für die Schmerzen. Die Diagnose sollte daher immer hinterfragt und überprüft werden. Auch bestimmte Differentialdiagnosen sollten betrachtet werden. Wenn jedoch schon Schmerzen auftreten und tatsächlich Veränderungen am Knorpel sichtbar sind, dann ist die Arthrose bereits ziemlich weit fortgeschritten.

Wie entsteht Arthrose?

Grundsätzlich ist Arthrose eine Verschleißerscheinung des Gelenks, die irgendwann jeden betreffen könnte, der lange genug lebt. Allerdings gibt es Faktoren, die das Auftreten dieses Verschleißes beschleunigen, so dass einzelne schon mit 40 Jahren oder noch früher darunter leiden können. Das Gelenk wird durch ungünstige Bewegungen und hohe Belastungen stark beansprucht. Um den Knochen herum liegt zum Schutz des Gelenks eine Knorpelschicht, die bei zu hohen Belastungen auf die Dauer abgerieben wird. Durch die Reizung kann sich die Gelenkschleimhaut entzünden. Flüssigkeit sammelt sich im Gelenkspalt, langfristig wird der Knochen geschädigt. Osteophyten (gutartige Knochenzuwächse) können sich bilden und behindern die Bewegung.

Besonders begünstigt wird dieser Ablauf durch bereits bestehende Fehlstellungen wie etwa eine Hüftdysplasie. Faktoren, die das Gelenk bzw. den Knorpel belasten, sind:

  • Heben und Tragen schwerer Lasten (auch Krafttraining)
  • Belastungen der Gelenke durch starkes Übergewicht
  • angeborene Fehlstellungen (Hüftdysplasie, O-Beine etc.)
  • Leistungssport (Fußball, Tennis, Kampfsport)
  • falsche Haltung oder Zwangshaltung durch körperliche Arbeit (Fließband, PC, Handwerk, Pflegeberufe, Tierpfleger)

Prinzipiell kann jedes Gelenk von Arthrose betroffen sein, doch tritt sie am häufigsten in den Knien und in der Hüfte auf. Auch Schultern, Hände, Zehen, Wirbelsäule oder die Sprunggelenke können, abhängig von besonderen Belastungen, arthrotische Veränderungen zeigen. Bei speziellen Beanspruchungen, wie sie etwa bei Kampfsportarten wie Karate, Taekwon-Do oder Kickboxen durch die verschiedenen Tritttechniken entstehen, werden Knorpel und Gelenklippe des Hüftgelenks sehr stark belastet.

Dass Athleten bestimmter Sportarten überdurchschnittlich häufig Hüftarthrose bekommen, ist schon seit längerem bekannt. Eine Studie (2006/2007) zum Thema Knorpelschäden der Hüfte zeigte bei einer Gruppe von aktiven Karatesportlern tatsächlich, dass ein vorzeitiger Verschleiß des Hüftgelenks bei jungen und sportlich aktiven Menschen häufig vorkommt. Dies liegt vor allem an den großen Bewegungen bei seitlichen Tritten, die ein Anschlagen des Schenkelhalses an der Hüftpfanne verursachen, wenn die Geometrie des Hüftgelenks nur leicht verändert ist. Daher sollten Karatesportler sicherheitshalber auf tiefe Beinstellungen mit starker Hüftrotation verzichten, ebenso auf Fußtechniken in Kopfhöhe.

Was kann man tun?

Falls es sich mit Sicherheit um Arthrose handelt, sollte man nicht abwarten, bis die Schmerzen schlimmer werden und man irgendwann sogar ein künstliches Gelenk braucht, sondern möglichst bald etwas tun. Je nachdem, wo die Ursache liegt, gibt es verschiedene Ansätze, die im Wesentlichen auf drei Säulen beruhen:

Falls bekannt ist, welche Belastungen die Arthrose verursacht haben, ist es wichtig, genau diese zu reduzieren, um nicht noch weitere Schädigungen zu riskieren. Außerdem kann man gezielt mit Bewegungsübungen für Entlastungen des Gelenks sorgen und die Muskulatur um das Gelenk herum aufbauen. Außerdem ist es wichtig, alle Nährstoffe, die für Knorpelbildung und gesunde Knochen wichtig sind, in ausreichender Menge zu sich zu nehmen. Schädliche Lebensmittel, die die Gelenke eher schwächen und Entzündungen fördern, sollten reduziert bzw. möglichst vermieden werden.

Kann der Knorpel sich überhaupt regenerieren?

Nach gängiger Schulmeinung ist das gar nicht möglich. Warum nicht? Weil nach Ende der Wachstumsphase angeblich keine Knorpelzellen mehr gebildet werden. Zumindest wurde es bisher kaum beobachtet. Doch dies ist nicht verwunderlich, da schon die normale Alltagsbelastung nicht förderlich für den Knorpelaufbau ist. Die Knorpelsubstanz entsteht aus Nährstoffen aus der Gelenkflüssigkeit und kann sich nicht bilden, wenn der Spalt zu klein ist, da dann zu wenig Nährstoffe an den Knorpel gelangen. Der hohe Druck, der immer wieder auf den Spalt und das Gelenk ausgeübt wird, erschwert zusätzlich die Bildung von Knorpelsubstanz. Bei bereits bestehender Arthrose ist es daher noch schwieriger, den Prozess wieder umzukehren.

Dennoch kann mit Hilfe beispielsweise der Knorpelzelltransplantation geschädigter Knorpel aus dem körpereigenen Knorpelgewebe wieder aufgebaut werden. Es ist daher nicht unbedingt auszuschließen, dass der Knorpel sich auch regeneriert, zumindest bei noch nicht weit fortgeschrittener Arthrose. Dazu muss man natürlich die Bedingungen schaffen, das heißt, möglichst wenig Druck auf das Gelenk ausüben und möglichst oft Entlastungen herbeiführen, zum Beispiel durch leichten Zug statt Druck. Wird der Gelenkspalt kurzfristig vergrößert und die Belastung reduziert, dann ist auch die Chance größer, dass die Knorpelbildung angeregt wird. Dies kann mit bestimmten Übungen oder einem Gelenk-Expander erreicht werden.