Arthrose besiegen

Trotz Gelenkverschleiß schmerzfrei leben



Ernährung bei Arthrose

Mit der Ernährung lässt sich zu einem großen Teil beeinflussen, ob die entzündlichen Prozesse bei Arthrose voranschreiten oder zum Stillstand kommen. Besonders ungünstig wirken sich Zucker, Weißmehlprodukte und Fleisch aus, da sie Entzündungen verstärken (s. NDR, "Die Ernährungs-Docs"). Vor allem Gemüse und Kräuter enthalten oft Antioxidantien, die Entzündungen hemmen. Auch bestimmte Gewürze haben diese Wirkung. Omega-3-Fettsäuren sind auch sehr wichtig, um einen Ausgleich im Fettstoffwechsel zu erreichen und die Entzündungen zu lindern. Die Vitamine C und E sind nützlich, ebenso Zink und Magnesium.

Schweinefleisch enthält besonders viele entzündungsfördernde Substanzen und sollte möglichst gemieden werden. Hartweizennudeln, geschälter Reis und Fertigprodukte wie Pommes Frites, Kroketten oder Tiefkühlpizza sind auch nicht geeignet. Statt Rind- und Schweinefleisch ist es besser, Geflügel zu essen, und auch zu viele Eier sind eher schädlich. Fisch ist wegen des höheren Anteils an Omega-3-Fettsäuren gesünder, er darf öfter auf dem Speiseplan stehen. Besonders  Seefisch wie Hering, Makrele, Sardelle, Schwertfisch oder Lachs, aber auch die Regenbogen-Forelle ist reich an Omega-3-Fettsäuren. Nüsse und Samen enthalten ebenfalls einen großen Anteil, so dass Leinsamen, Walnüsse, Cashewnüsse, Macadamianüsse, Pinienkerne oder Kürbiskerne regelmäßig auf dem Speiseplan stehen sollten. Sonnenblumenöl ist weniger gut geeignet und sollte durch Leinöl, Hanföl, Walnussöl, Rapsöl oder Chia-Öl ersetzt werden.

Frisches Obst und Gemüse enthält viel Vitamin C

Wegen des hohen Gehalts an Vitamin C ist besonders Obst zu empfehlen, das jedoch nicht so stark zuckerhaltig sein sollte, wie zum Beispiel Kiwi, Papaya, Orangen, Pflaumen, Pfirsiche, Äpfel, Brombeeren, Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Sauerkirschen. Alles sollte frisch verzehrt werden, Konserven und Obstmus eignet sich weniger gut. Auch Hagebutten, die sich in neueren Studien als wirksam erwiesen haben,  sowie Sanddorn enthalten sehr viel Vitamin C. Die in der Hagebutte außerdem enthaltenen Galaktolipide sollen den Knorpelabbau hemmen. Ananas enthält Bromelain, das auch günstig bei Arthrose wirkt.

Als Gemüse eignen sich besonders Paprika, Fenchel, Brokkoli, Zucchini, Sellerie, alle Kohlarten, alle Salatsorten, Löwenzahn, Linsen, Erbsen, Bohnen, Sojabohnen, Artischocken, Fenchel, Gurken, Spinat, Radieschen, Spargel und Sauerkraut. Wegen der Carotinoide sind auch Tomaten und Möhren zu empfehlen. Knoblauch und Zwiebeln wirken zusätzlich antibakteriell.

Antioxidantien gegen Entzündungen

Polyphenole (Resveratrol, Flavonoide) haben eine antioxidative Wirkung, das heißt, sie wirken entzündungshemmend und krebsvorbeugend. Flavonoide befinden sich vor allem in rotem und blauem Obst (z. B. in Beeren, Kirschen, Weintrauben, Pflaumen und Granatäpfel) und Gemüse wie Tomaten, Au­ber­gin­en, Sellerie und Zwiebeln. Auch So­ja und Grün­kohl, grüner Tee und Kaffee sowie dunkler Kakao enthalten Polyphenole, ebenso Rotwein, Oliven und viele Gewürze wie Zimt, Kurkuma, Ingwer und Oregano. Monoterpene sind in ätherischen Ölen und in schwarzem Pfeffer, Baldrian, Salbei, Pfefferminze enthalten und sollen ebenfalls schmerzlindernd wirken. Auch in manchen Getränken sind Polyphenole enthalten. Dazu gehören grüner Tee und Kaffee.

IngwerFoto: Ingwer, I-vista / pixelio


Entgegen früherer Ratschläge darf man bis zu drei Tassen Kaffee (ohne Milch) pro Tag ohne negative Auswirkungen auf die Gesundheit trinken. Zumindest dann, wenn man nicht Osteoporose-gefährdet ist, da der Kaffee die Aufnahme von Kalzium blockiert. Mandel-, Hafer- Soja- oder Reismilch können als Milchersatz dienen. Außerdem sollte man täglich ca. zwei Liter Wasser trinken.

Nahrungsergänzungen können helfen

Wenn die üblichen Nahrungsmittel nicht ausreichen oder schwer zu beschaffen sind, wie z. B. frische Hagebutten, empfehlen sich spezielle Nahrungsergänzungen. So können Hagebuttenfrüchte auch als Saft oder Pulver eingenommen werden. Hagebuttenprodukte, über einen Zeitraum von mehreren Wochen regelmäßig eingenommen, sollen nicht nur eine deutliche Schmerzsenkung bewirken, sondern auch Entzündungen und Gewebeschädigungen entgegenwirken, die bei arthritischen Prozessen auftreten.

Dabei kommt es mitunter zu einer Fehlfunktion der Leukozyten, den weißen Blutkörperchen, deren Hauptaufgabe die Abwehr von Krankheitserregern ist. Sind sie jedoch überaktiv, dann entzünden sich die gereizten Bereiche umso mehr, ohne auszuheilen. Die Wirkstoffe der Hagebutte können die Bildung toxischer freier Radikale verhindern. Sie wirken antioxidativ und membranstabilisierend und unterstützen so den Aufbau des Knorpelgewebes. Das Pulver wird aus Samen und Schale der Hagebutten hergestellt und ist im Allgemeinen gut verträglich.

Viele Betroffene berichten, dass ihnen MSM (Methylsulfonylmethan) hilft, eine organische Schwefelverbindung, die der Körper normalerweise mit der normalen Ernährung aufnimmt. Da bei der Einnahme von MSM nur milde Nebenwirkungen bekannt sind, lohnt sich evtl. ein Versuch.

Weitere Wirkstoffe, die bei Arthrose hilfreich sein können, sind Omega-3-Fettsäuren sowie Glucosamin. Bei Präparaten mit Omega-3-Fettsäuren wurden in Studien Verbesserungen der Gelenkschwellungen nachgewiesen. Glucosaminpräparate unterstützen diese Prozesse durch ihre entzündungshemmende Wirkung. In Kombination mit Chondroitin soll es die Knorpelbildung unterstützen. Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass das Glucosamin in Form von Sulfat und nicht als Hydrochlorid vorliegt, da das letztere sich in Studien als weniger wirksam erwiesen hat.

Vorsicht ist geboten, wenn man unter Allergie gegen Muscheleiweiß leidet: beide Wirkstoffe werden aus Muscheln bzw. Schalentieren gewonnen und kommen bei einer entsprechenden Allergie gegen diese Substanzen nicht in Betracht.

Auch die Teufelskralle wird bei leichter Arthrose wegen ihrer entzündungshemmenden und schmerzstillenden Eigenschaften empfohlen. Hierzu müssen die Kapseln oder Tabletten mehrere Wochen lang genommen werden. In Tee sind zu niedrige Dosierungen enthalten, um wirksam zu sein.

Gewürze gegen Schmerzen

Auch bestimmte Gewürze haben heilende oder schmerzlindernde Wirkungen, so zum Beispiel Kurkuma (als Pulver oder frische Knolle) und Zimt. Eine Gewürzmischung aus Kreuzkümmel, Koriander und Muskat soll nach NDR-Angaben die Durchblutung der Gelenkschleimhaut verbessern. Dabei nimmt man zwei Messerspitzen pro Tag im Essen oder in Joghurt vermischt ein.

Diese Gewürze lindern laut Experten bei 80 Prozent der Arthrose-Patienten die Beschwerden, allerdings kann es bis zum Eintritt der Wirkung einige Wochen  dauern.

Sternanis, Zimt, Kardamom, IngwerFoto: Andrea Zocholl

Mehr über die Ernährung bei Arthrose: NDR Ratgeber Gesundheit