Arthrose besiegen

Trotz Gelenkverschleiß schmerzfrei leben



Wie Arthrose entsteht

Gerade Arthrosebeschwerden treten leider erst auf, wenn der Knorpel bereits geschädigt ist. Die gängige Expertenmeinung dazu ist, dass dies irreversibel ist, also keine Möglichkeit besteht, dass Knorpelgewebe sich regeneriert. Ein geschädigter Knorpel würde demnach geradewegs zum Ersatz des Hüftgelenks oder zur Versteifung der Finger führen. Ob das wirklich so sein muss, ist jedoch nicht in Stein gemeißelt. Sicher ist nur, dass die Prognose dann schlecht ist, wenn sich nichts an der Situation ändert, also alle Faktoren, die zur Arthrose beigetragen haben, unverändert bleiben. Das heißt: wenn man die Überlastung nicht reduziert, sich weiter so ernährt wie bisher und auch keine aktiven Maßnahmen trifft, um dem Knorpelabbau entgegenzutreten. Dann wird die Arthrose unter aller Voraussicht fortschreiten.

Was Arthrose begünstigt:

  • Erbliche Vorbelastung (Eltern)
  • Unfälle (posttraumatische Arthrose)
  • Ernährungsgewohnheiten
  • Entzündungen
  • Diabetes
  • Beinlängenunterschiede
  • Bewegungsmangel
  • Hormonumstellung (Wechseljahre)


Auch wenn sich an bestimmten Faktoren und an den Fehlern, die man in der Vergangenheit möglicherweise gemacht hat, nichts mehr ändern lässt, gibt es zumindest die Möglichkeit, den Schaden zu begrenzen und den weiteren Abbau zu stoppen. Zahlreiche Beispiele von jüngeren und älteren Patienten zeigen, dass es möglich ist, ohne Operation ein nahezu schmerzfreies Leben zu führen. Allerdings muss man dafür selbst aktiv werden und das kann ziemlich anstrengend sein. Was genau notwendig ist, ist dabei für jeden individuell verschieden.

Was kann ich tun?

Eine Garantie, dass man wieder gänzlich frei von Schmerzen wird, gibt es nicht. Klar ist jedoch eins: wer es gar nicht erst versucht, hat seine Chance bereits vergeben! Als erste Maßnahme werden in der Regel Schmerzmittel, vorwiegend NSAR, verschrieben, um Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu hemmen. Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalicylsäure sollten jedoch aufgrund ihrer Nebenwirkungen nur kurzfristig in akuten Phasen genommen werden. Gerade bei älteren Menschen bestehen erhöhte Risiken für Herzinfarkt und Schlaganfall oder Magengeschwüre, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollten.

Mitunter wird Kortison injiziert, um akute Schmerzen und Entzündungen zu lindern. Als Langzeitanwendung eignet sich Kortison aber keinesfalls, da es die Knochen schwächt und den Knorpelabbau erst recht verstärkt. Hyaluronsäure-Injektionen sollen den Knorpelaufbau unterstützen, doch eine wissenschaftlich bestätigte Wirkung liegt noch nicht vor. Die Kosten für diese Therapie muss der Patient daher selbst tragen.

Bei starken Schmerzen in der Bewegung können zur Unterstützung der Gelenke Bandagen getragen werden, vor allem bei Arthrose in den Knien oder den Hand- und Fingergelenken. Dies hilft natürlich nicht ursächlich, entlastet die Gelenke jedoch bei Bewegungen.

Eine Operation sollte der letzte Ausweg sein, wenn nichts anderes mehr möglich ist, um die Schmerzen zu verringern. Bis dahin lohnt es sich jedoch, die zahlreichen Hinweise und Ratschläge aufzugreifen, die Experten zum Umgang mit der Krankheit geben. Und auch dann, wenn man bereits ein künstliches Gelenk hat, ist es sinnvoll, so zu leben, dass nicht neue Beschwerden in anderen Gelenken ausgelöst werden. Eine Operation ist jedoch nicht ohne Risiko und zudem oft überflüssig, wie Experten warnen (s. NDR-Sendung "Visite" vom 10.04.2018).

Risiken und Gefahren beim Einsatz eines künstlichen Gelenks

Von der Tatsache abgesehen, dass jede Operation einen erheblichen Eingriff in den Körper darstellt, können insbesondere nach einem Ersatz des Hüft- oder Kniegelenks Komplikationen auftreten, zum Beispiel:

 

Entzündungen: Künstliche Implantate sind Fremdkörper, an die Bakterien, die sich im Körper oder außerhalb befinden, sich gerne anheften und so eine Entzündung und Vereiterung verursachen können. Auch wenn dies bei sorgfältiger Operationsvorbereitung nicht passieren sollte, ist das Risiko nicht völlig auszuschließen.

Nervenschäden: Während der Operation kann es zu einer unbeabsichtigten Schädigung der Nerven kommen, die für die Bewegung und das Empfinden des Beins und des Fußes verantwortlich sind. Als Symptome treten dann Lähmungserscheinungen und Gefühlsstörungen auf.

Blutgerinnsel: Die Bildung eines Blutgerinnsels besteht bei allen Knie- und Hüftoperationen und ist nicht vorhersehbar. Beim Gefäßverschluss durch das Gerinnsel tritt eine Thrombose oder (bei Verschleppung in Herz und Lunge) eine lebensgefährliche Embolie auf.

Künstliche Gelenke

Foto: Künstliche Gelenke, Dieter Schütz /pixelio

Materialverschleiß: Vor allem früher verwendete Materialien bargen das Risiko des Abriebs, wodurch eine Lockerung des ursprünglich festen Sitzes der Prothese durch den Materialverschleiß verursacht wird. Eine zuvor feste Knochenverankerung kann dann zerstört werden. Dann wird ein Austausch der Prothese notwendig.

Beinlängenunterschied: Durch die Operation kann es zu einem Beinlängenunterschied kommen, wodurch sich die Probleme verstärken, da die daraus folgende Schiefstellung der Hüfte auf die Wirbelsäule einwirkt. Die übliche Methode zur Messung des Beines vor einer Hüft-Operation ist offenbar sehr ungenau. Der Arzt misst das Bein mit einem Maßband, wobei Fehler bis zu zwei Zentimetern auftreten können. Wegen der Zerstörung des Hüftgelenkes kann bereits vor der Operation ein Beinlängenunterschied vorliegen. Viele Menschen haben darüber hinaus unterschiedlich lange Beine, ohne es zu bemerken. Wird dies bei der Operation nicht ausgeglichen, entstehen neue Probleme.

Auskugelung des Hüftgelenkes: Ein künstliches Hüftgelenk kugelt leichter aus als ein natürliches, da während der Operation die Gelenkkapsel eröffnet oder sogar entfernt werden muss und das Gelenk dann nicht mehr so gut stabilisiert ist. Ein Auskugeln ist äußerst schmerzhaft und kann außerdem zu einer Lockerung führen, sodass wiederum die Gefahr des Auskugelns steigt.

Allergien: Gegen die Bestandteile der Prothese (vor allem Metall) kann im ungünstigen Fall eine Allergie vorliegen. Wenn dies bekannt ist, sind Prothesen, die diese Materialien enthalten, nicht zum Einsatz geeignet. Vor der Operation ist daher sicherzustellen, dass die verwendeten Materialien unproblematisch sind.

Bei einigen Patienten bleiben die Beschwerden auch nach der Operation bestehen. Es kann sich dabei um Probleme in den Weichteilen handeln (Sehnenreizungen, Schleimbeutelentzündung). Manchmal wird allerdings auch gar keine Ursache gefunden.

Ein künstliches Gelenk hat mittlerweile eine durchschnittliche Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren. Danach muss das Gelenk in der Regel ausgetauscht werden. Die zweite Operation ist meist mit einem größeren operativen Aufwand verbunden und enthält durch das höhere Patientenalter auch ein höheres Risiko. Weitere Informationen findet man auch auf der Website des Uniklinikums Dresden.

Ist man noch so jung, dass man mit größerer Wahrscheinlichkeit eine zweite Operation zu erwarten hat, dann gibt es noch eine andere Möglichkeit, etwas gegen die Arthrose zu tun:

Übungen mit dem Gelenk-Expander

Dies ist ein Gerät, das entwickelt wurde, um den Knorpel-Aufbau auch bei bereits aufgetretener Arthrose anzuregen. Ausgehend von der Idee, dass Druck und Belastung den Knorpel und das Gelenk schädigen, soll es nun durch Zug entlastet werden, sodass der Knorpel sich langsam wieder regenerieren kann. Es gibt bei vielen Patienten offenbar gute Therapieerfolge sowohl mit Knie- als auch mit Hüftarthrose. Nach einer Therapiedauer von 3–6 Monaten soll bei über 80 % der Anwender eine deutliche Verbesserung der Schmerzsituation eingetreten sein.

Auch 3sat berichtete in einer Informationssendung über Arthrose und ihre Therapiemöglichkeiten unter anderem über den Gelenk-Expander.

Woher kommen die Schmerzen bei Arthrose?

Wenn sich der Knorpel auf dem Röntgenbild sichtbar abbaut, dann treten in der Regel auch Schmerzen auf, vor allem bei Bewegungen des Gelenks unter Belastung. Der Knorpel selbst enthält jedoch keine Nerven, die Schmerzen weiterleiten könnten. Die Schmerzrezeptoren liegen in der Knochenhaut, der Gelenkkapsel und deren Innenhaut. Das Gelenk versucht der Körper zunächst zu schützen, indem die Muskulatur bei Bewegungen, die schmerzhaft wären, stärker angespannt wird. Dadurch kommt es zu Verspannungen der Muskeln, die wiederum selbst Schmerzen auslösen. Löst man diese Verkrampfungen, dann löst sich oft der Schmerz auf, doch manchmal werden auch neue, andere Schmerzen wahrgenommen. So können z. B. Osteophyten (gutartige Knochenwucherungen) entstanden sein, die ebenfalls Schmerzen verursachen. Durch die Verkleinerung des Gelenkspaltes wird die Gelenkschleimhaut gepresst und gereizt, entzündet sich und kann den Knorpel nicht mehr genügend mit Nährstoffen versorgen. Nerven können eingeklemmt werden und verursachen Schmerzen, die in die Extremitäten ziehen können.

Leider ist das Problem daher nicht gelöst, wenn man die verspannten Muskeln behandelt und die Schmerzen in der Muskulatur in der Folge verschwinden. Die Arthrose selbst kann noch verschlimmert werden, wenn die Fehlbelastungen weiterhin auftreten. Bei jeder Belastung, die den Knorpel und das Gelenk übermäßig beansprucht, entstehen Schäden am Knorpelgewebe, sodass die ursprünglich glatte Oberfläche aufgerauht wird, bis die Knorpelschicht immer dünner wird und schließlich ganz verschwindet.

Geraten Abriebstücke des Knorpels in den Gelenkspalt, dann verursachen sie Reibung an der Knochenhaut und damit Schmerzen. Die Schmerzrezeptoren nehmen die winzigen Knorpelstückchen als Fremdkörper wahr, die dort nicht hingehören, und senden Schmerzreize an das Gehirn. Das bedeutet, dass jede Bewegung extrem schmerzhaft ist, bis die Abriebstücke aus dem Gelenkspalt hinaus transportiert wurden.

Es kann außerdem zu einer Entzündung mit Wasseransammlung im Gelenk kommen, wodurch ein Druckschmerz entsteht. Aber auch nach dem Abklingen der Entzündung kann sich der Knorpel durch die Belastung weiter abbauen. Das wichtigste ist nun also, zunächst einmal nichts zu tun, was einen weiteren Knorpelabbau beschleunigt. Aber auch Bewegung ist wichtig, damit sich die Arthrose nicht verschlimmert. Was ist also sinnvoll, um die Schmerzen zu verringern?

Hier gibt es eine ganze Reihe von Ansätzen, die jeder für sich probieren und beurteilen kann. Die wichtigsten davon sind die Umstellung der Ernährung und die richtige Bewegung. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Hilfsmittel und Tipps.

Was tun gegen den Knorpelabbau?

Wenn Arthrose in einem oder mehreren Gelenken aufgetreten ist, dann hat die bisherige Lebensweise offensichtlich dazu beigetragen. Folgerichtig muss an den Risikofaktoren etwas geändert werden. Die Frage ist nur, was kann man ändern und wie lässt sich der Knorpelabbau stoppen?

Fest steht, dass z. B.

  • Diabetes
  • Rauchen
  • Entzündungen
  • Ernährungsgewohnheiten

den Knorpelabbau beeinflussen. So wurde beispielsweise in Studien festgestellt, dass bei Rauchern mit Arthrose der Knorpel schneller schwindet als bei Nichtrauchern. Die Forscher erklären das damit, dass Rauchen den Kohlenmonoxidgehalt im arteriellen Blut erhöht, wodurch eine Mangelversorgung des Gewebes mit Sauerstoff entsteht. So wird die Reparatur im Knorpel gehemmt und der Abbau beschleunigt. Für das Rauchen gilt daher: besser sofort damit aufhören.

Diabetes lässt sich weitaus schlechter beeinflussen. Jedoch steigert ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel das Risiko für Arthrose. So haben Diabetiker ein doppelt so hohes Risiko, ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk zu erhalten wie andere Menschen im gleichen Alter. Ein möglicher Grund könnte sein, dass Blutzucker in den Gelenkknorpel eindringt und dort die Bildung von entzündlichen Proteinen anregt.

Entzündungen fördern ohnehin den Knorpelabbau, unabhängig von ihrer Ursache. Das Ziel ist also, Entzündungen möglichst zum Abheilen zu bringen bzw. zu vermeiden. Das geht am besten über die Ernährung und, wenn nötig, Nahrungsergänzungen.